In diesem Beitrag erfährst du die wichtigsten Dinge zu diesem spannenden derivaten Finanzprodukt. Was sind CFD´s im Allgemeinen und wie lassen sie sich traden?

Was sind CFDs eigentlich?

Der Name CFD heißt auf Deutsch Differenzkontrakt (engl. contract for difference).

Anders als zum Beispiel Aktien werden CFD`s nicht an der Börse, sondern innerhalb eines abgeschlossenen Systems gehandelt.

Dazu gibt es sogenannte CFD-Broker.

Ein CFD-Broker bildet Kursverläufe von bestimmten Basiswerten (Indizes, Rohstoffe, Aktien, Kryptowährungen, etc.) nach und bietet Kunden die Möglichkeit auf Basis dieser Kursverläufe zu handeln. Dabei kann man bei steigenden und fallenden Kursbewegungen Geld verdienen.

Wie der Name Differenzkontrakt schon sagt, verdient man an der jeweiligen Differenz zwischen dem Kurs zu dem man einen CFD gekauft hat und dem Kurs zu dem man wieder verkauft hat.

Der CFD-Handel ist dabei lediglich ein Geschäft zwischen dem Kunden und seinem Broker, der vertraglich so geregelt ist, dass der CFD-Broker sich verpflichtet einen Kurs auf einen bestimmten Basiswert zu stellen und die aus dem Handel entstandenen Gewinne dem Konto des Kunden gut zuschreiben. Der Kunde verpflichtet sich hingegen entstandene Verluste dem Broker zu zahlen.

CFD`s sind Hebelprodukte, die auf Margin gehandelt werden. Eine Margin ist nichts anderes als eine Sicherheitsleistung in Form von einem bestimmten Geldbetrag, den man für den Handel von CFDs hinterlegen muss. Die Margin entspricht dabei nur einem Bruchteil von dem Wert des Basiswertes und die Höhe der Margin wird von dem jeweiligen Hebel bestimmt.

Als Beispiel möchte ich hier einmal den DAX anführen.

Nehmen wir einmal an, dass der DAX einen aktuellen Stand von 13000 Punkten hat und wir einen Hebel von 100 handeln können. Ein DAX-CFD hat die Wertigkeit von 1 € und wenn wir einen DAX-CFD handeln, dann verdienen oder verlieren wir jeweils 1 € für jeden Punkt den sich der DAX bewegt. (Gewinne und Verluste werden erst realisiert, wenn die Position geschlossen ist!)

Der Hebel dient dabei als Divisor und teilt man den aktuellen Punktestand im DAX durch den Hebel, dann erhält man die Höhe der erforderlichen Margin. In diesem Beispiel würde die Margin für einen DAX-CFD (13000 : 100) 130,-€ betragen. Also können wir mit einem Kapital von 130,-€ einen DAX-CFD handeln. Das ist allerdings aktuell nur außerhalb Europas möglich.

Für den europäischen Raum wurde der CFD-Handel etwas durch die ESMA reguliert. Im DAX ist daher bei europäischen CFD-Brokern nur ein Hebel von maximal 20 möglich. Dieser Hebel ist jedoch vollkommen ausreichend, da dieser bei einer an ein sinnvolles Risiko angepassten Positionsgröße nicht ausgereizt wird.

Dabei versteht sich von selbst, dass andere Basiswerte auch andere Wertigkeiten haben und dementsprechend die erforderliche Margin für einen Lot, die Standard-Einheit im CFD-Handel, auch unterschiedlich ist.

Was ist der Vorteil von CFDs?

Es stellt sich natürlich die Frage warum man nicht die Basiswerte direkt handelt, sondern den Umweg über einen CFD geht.

Zum einen kann man als Privatanleger nicht jeden Basiswert handeln.

Ein CFD-Broker könnte zum Beispiel auch einen Kurs auf die durchschnittliche Außentemperatur auf der Nordhalbkugel stellen und Kunden die Möglichkeit bieten darauf zu handeln. Das ist natürlich nur sehr überspitzt dargestellt.

Also bietet ein CFD-Broker seinen Kunden Zugang zu den unterschiedlichsten Märkten. Dabei kann man im CFD-Handel schon mit sehr wenig Kapital starten, was die Sache für Privatanleger noch einmal interessanter macht.

Der zweite wichtige Vorteil ist natürlich, dass man bei steigenden und fallenden Kursen Geld verdienen kann, indem man sogenannte Longpositionen für steigende und Shortpositionen für fallende Kurse eingeht.

Und was sind die Nachteile?

Wo es Vorteile gibt, da gibt es natürlich auch Nachteile.

Zum einen haben CFD`s natürlich durch den gehebelten Effekt ein sehr hohes Risikoprofil und der Hebel multipliziert nicht nur die möglichen Gewinne, sondern eben auch die Verluste. Da besteht das Risiko sein ganzes Geld zu verlieren.

Außerdem besteht natürlich das Risiko von Kursmanipulationen, da der Broker eben die Kurse stellt und so als sogenannter Market Maker auftritt. Jedoch findet in diesem Segment eine sehr starke Überwachung durch die jeweiligen Aufsichtsbehörden (BaFin / ESMA / FCA) statt und mittlerweile haben sich die fairsten Broker etabliert.

Zu dem Thema was bei der Wahl des richtigen CFD-Brokers zu beachten ist, habe ich für dich einen Artikel geschrieben, den du dir unbedingt durchlesen solltest. Den richtigen CFD-Broker finden.

CFDs sind ein sehr spannendes Finanzprodukt und bieten die Möglichkeit mit wenig Kapitaleinsatz die unterschiedlichsten Basiswerte zu handeln. Dabei sollte man natürlich die bestehenden Risiken kennen und sich in diesem Bereich sehr vorsichtig bewegen.

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