Trading-Projekt 2.0 – Auswertung KW38 2021

Rückblick DAX

DAX Analysechart vom 25.09.2021 (klicken zum Vergrößern)

Diese Woche war wieder deutlich mehr Bewegung an den Märkten, nachdem es mit dem Verfall bereits deutlich abwärts ging. Hier zeichnete sich bereits am Freitag der Vorwoche eine Tendenz für diese Woche ab. Am Ende handelte der DAX dann jedoch wieder deutlich stärker und konnte am Freitag sogar leicht erholt aus den Handel beenden.

Montag 20.09.2021

Am Montag setzte sich zunächst die Abwärtsbewegung vom Freitag fort, so wie ich es bereits in der letzten Wochenauswertung auch bereits vermutet hatte. Der große Verfall war durch und oft hält die Volatilität am folgenden Montag noch an, oder steigert sich sogar noch. Einer der Gründe ist, dass die Options- und Futureseite hier noch sehr aktiv ist. Zuvor aufgebaute Absicherungen müssen weiterhin abgebaut werden und je nachdem wie groß diese Absicherungen waren und wie gut zuvor gearbeitet wurde, kann es hin und wieder zu deutlichen Bewegungen kommen. Zusätzlich spielt dann auch noch die Kasse eine große Rolle, die für zusätzlichen Handlungsdruck bei der Terminseite sorgen kann.

Der Montag war sehr erfolgreich. Diesen habe ich zunächst dazu genutzt, um alte Shortpositionen endlich schließen zu können. Hier sind bereits hohe Swap-Gebühren aufgelaufen und da achte ich dann nicht zwingend auf den Profit. In der Nachbetrachtung wäre hier deutlich mehr drin gewesen, aber das weiß man ja vorher nicht. Daher war für mich die sichere Variante die Beste. Auf der Shortseite konnte ich jedoch immerhin 58,5 Punkte Gewinn realisieren.

Den Long habe ich weiter ausgebaut bis auf vier von maximal fünf Longeinstiegen. Den vierten Longeinstieg habe ich dann in der Erholung mit 85 Punkte Gewinn vorzeitig beendet, mit dem Ziel diesen erneut aufzubauen. Manchmal ist es nach größeren Bewegungen, die zusätzlich zu Veränderungen am charttechnischen Bild führen, so, dass die Stabilisierungsphase etwas länger anhält und sogar nochmal Tiefs bzw. Hochs kurz unter- oder überschritten werden. Dies wollte ich hier nutzen. Der DAX kam zwar nochmal zurück, konnte jedoch nur zwei von drei Teilpositionen des vierten Longeinstiegs ausführen.

Dienstag 21.09.2021

In der Nacht zum Dienstag setzte bereits die Erholung ein. Auf der Longseite habe ich dann zunächst eine andere Variante des Positionsmanagements, so halb muss ich sagen, ausgeführt. Hier habe ich die beiden Gewinnpositionen aus dem vierten Longeinstieg genutzt, um die oberste Teilposition des dritten Longeinstiegs heraus zu skalieren. Auch hier wieder mit der Intention auf Sicherheit zu gehen. Verpasst habe ich jedoch die Gelegenheit an dieser Stelle das „PM“ zu beenden. Hier hätte sich angeboten die zuvor geschlossene Long Teilposition des dritten Longeinstiegs auf dem Level direkt neu zu eröffnen. Somit hätte sich der Schnittpunkt des dritten Longeinstiegs deutlich nach unten verlagert. Darauf kam ich jedoch erst später und mein Versuch dies über eine Buy Limit Order nachzuholen scheiterte.

Immerhin konnte ich hier auf der Longseite einen kleinen Gewinn von 25 Punkte erzielen.

Zusätzlich gab es am Dienstag dann auch ein Shortsetup. Da ich auf der Shortseite Flat war, habe ich dies dann genutzt, um am 23,6er Retracement der letzten großen Abwärtsbewegung den ersten Shorteinstieg zu machen.

Die zuvor beschriebene Variante in der PM-Strategie habe ich im Livestream vom 22.09.2021 noch einmal ganz genau erklärt. Zum Livestream gelangst du hier: Livetrading im DAX und SP500 mit Florian Kasischke | 22.09.2021

Mittwoch 22.09.2021

Am Mittwoch setzte sich dann die Erholung weiter fort. Hier konnte ich meinen Short um den zweiten Shorteinstieg weiter ausbauen. Ansonsten blieb mir nichts anders übrig als der Erholung weiter zuzuschauen.

Donnerstag 23.09.2021

Der Donnerstag war dann schon wieder etwas spannender. Auch hier setzte sich die Erholung weiter fort. Zunächst habe ich die Technik vom Dienstag nun hier richtig angewandt. Ich habe die beiden Long Teilpositionen des dritten Longeinstiegs dazu genutzt, um die obere Teilposition des zweiten Longeinstiegs zu schließen. Dabei konnte ich einen Gewinn von 44 Punkte realisieren. Zusätzlich habe ich direkt eine neue Long Teilposition eröffnet. Somit konnte ich den Schnittkurs des zweiten Longeinstiegs etwas tiefer holen. Da sich der DAX nun bereits im Bereich des Widerstands um die 15621 handelte, habe ich es dann vorgezogen neu eröffnete Long Teilposition mit 65 Punkte Gewinn vorzeitig zu beenden. Ich habe hier die Chance gesehen, diese Position an gleicher Stelle schnell erneut eröffnen zu können.

In der Nachbetrachtung hätte ich dies nicht machen sollen, da der DAX sich noch deutlich weiter erholen konnte. Allgemein merke ich, dass ich nun durch diese Möglichkeit noch mehr dazu neige vorzeitig einzugreifen. Das ist hin und wieder ganz gut, sollte aber nicht den Hauptteil des Vorgehens in der PM-Strategie ausmachen, da sich der Risikovorteil dadurch verschlechtern könnte.

Im weiteren Verlauf wurde dann zunächst das dritte Short Positionsgrid erreicht und zwei der drei Short Teilpositionen wurden ausgeführt. Knapp unterhalb der 15700 habe ich dann auch einen Take Profit für die restlichen beiden Long Teilpositionen des zweiten Longeinstiegs platziert, der dann auch erreicht wurde und ich somit noch einmal 38 Punkte Gewinn realisieren konnte. Ich habe hier die Unsinnigkeit meines vorzeitigen Ausstiegs aus der neuen Long Teilposition bereits erkannt und wollte nun den zweiten Longeinstieg etwas günstiger erneut etablieren. Zwei der drei Teilpositionen des zweiten Long Positionsgrids wurden dann am Donnerstag auch noch ausgeführt.

Freitag 24.09.2021

Freitag Nacht erfolgte ein erneuter Test der 15700, von der der DAX dann recht deutlich abgeprallt ist. Dieser Anfangsimpuls setzte sich bis zur Kassa-Eröffnung und auch direkt mit dem Kassa-Handel fort. Innerhalb der ersten Handelsstunde fiel der DAX zurück bis auf die 15500. Den restlichen Handelstag passierte dann allerdings absolut nichts mehr. Wir haben nun das Wahlwochenende in Deutschland und daher kann dies sicher als ein Grund mit angeführt werden.

Vor dem Wochenende versuche ich immer noch Positionen abzubauen, da der Wochenend-Swap schon recht teuer ist. Über das Jahr kommt da eine große Summe zusammen, die dann auch erstmal wieder verdient werden muss. Da lohnt es sich immens wenn es gelingt dies für einige Positionen zu sparen. Daher habe ich die beiden Teilpositionen des dritten Shorteinstiegs im ersten Rücklauf nach dem Drop mit Kassa-Eröffnung geschlossen und hier somit noch einmal 123 Punkte Gewinn realisiert.

Somit war diese Handelswoche sehr erfolgreich. Ich konnte insgesamt einen Gewinn von 438,5 Punkte (194,38€) erzielen, was einer Wochenperformance von ca. 3,2% bezogen auf das Basiskapital zur Positionsgrößenberechnung entspricht. Damit bekommt auch die Monatsperformance einen kräftigen Schub, die aktuell etwas weniger als 10% entspricht.

Abgeschlossene Trades KW38 2021

Trades im DAX KW38 2021 (klicken zum Vergrößern)
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SP500 Index Train

Mit dem Drop in den Indizes ging es im SP500 natürlich auch abwärts. Im Zuge dessen wurde dann auch die dritte Longposition ausgeführt. Nach Regelwerk platzierte ich hier nun einen Take Profit für die erste und zweite Position etwas oberhalb der ersten Position auf der 4510. Sollte diese Marke nun erreicht werden, dann platziere ich umgehend einen Stop Loss für die dritte Position entweder auf BE (Break Even inklusive Kosten) oder gemäß Innstabhandel unter dem Tief eines neuen Außenstabes, sofern dieses Tief oberhalb der dritten Position liegt. Klingt vielleicht etwas kompliziert, ist aber sehr einfach sobald man es einmal gemacht hat. Geht es nun die kommenden Tage oder Wochen dann doch noch tiefer und wird die vierte Longposition ausgeführt, dann greift der Absicherungsmodus. Dazu dann aber mehr, sobald es so weit ist.

SP500 Index Train vom 25.09.2021 (klicken zum Vergrößern)

Performance-Übersicht im Trading-Projekt 2.0

Performance und Kennzahlen September 2021

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Performance Gesamtjahr 2021

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Ausblick DAX KW39 2021

D1 Übersicht im DAX KW39 2021 (klicken zum Vergrößern)

Nun ist es wieder so weit. In Deutschland wird jetzt am Sonntag der Bundestag gewählt und es könnte dieses Mal seit 16 Jahren eine signifikante Änderung in der Regierung geben. Wer jetzt hier auf ein politisches Statement hofft, wird jetzt leider enttäuscht, denn dies ist nicht die richtige Plattform dafür. Was einem wichtig ist und welche Partei dies der jeweiligen persönlichen Meinung nach am besten verkörpert, das bleibt schlussendlich jedem selbst überlassen.

Doch ist dieses Ereignis durchaus sehr wichtig für uns Trader und es könnte sich daraus eine maßgebende Veränderung der bisherigen Marktstruktur ergeben, oder eben nicht. Saisonal betrachtet geht es nach einer Bundestagswahl zunächst bergauf und somit ist ein neues Allzeithoch im DAX nicht ausgeschlossen. Diese Entwicklung passiert jedoch nicht über Nacht, also sollte man als Longtrader nicht auf schnelle Zuwächse hoffen. Doch mittelfristig betrachtet ist diese Saisonalität schon signifikant und dies sogar unabhängig davon welche Partei die Regierung bilden darf.

Siehe dazu das Video von Andre´ Stagge auf YouTube: Strategie: WAHLGESCHENK

Ob dies auch dann noch gilt, wenn eine Partei die Regierung bildet, die zuvor noch nie diese Aufgabe hatte, das wird sich zeigen. Zumindest klingt es aus Investorensicht jedoch logisch. Vor einer Bundestagswahl herrscht zunächst eine etwas höhere Unsicherheit und Investoren gehen in den Risk-Off-Modus. Nach einer Wahl weicht dann die Unsicherheit und somit fließt dann wieder Geld in die Aktienmärkte. Sogar bei der letzten Bundestagswahl 2017 ging es zunächst kräftig bergauf, doch direkt nach der Wahl war auch noch nicht klar, dass die Regierungsbildung noch schwieriger wird, als die Ergebnisse es schon vermuten ließen. Einige erinnern sich vielleicht, dass es bis ins folgende Jahr gedauert hat, bis die SPD dann doch eingeknickt ist und einer Koalition mit der CDU zugestimmt hat.

Aber genug zur Wahl und zur Saisonalität. Schauen wir auf das charttechnische Bild, dann hat sich hier in dieser Woche was gravierend geändert. Am Montag konnte in der starken Abwärtsbewegung sowohl der sekundäre, als auch der primäre D1 Abwärtstrend gebrochen werden. Der primäre Aufwärtstrend zwar nur knapp, aber aus technischer Sicht eben gebrochen. Somit sind wir auf der übergeordneten Trendgröße zunächst trendlos. Auf sekundärer Ebene hat sich dagegen bereits ein Abwärtstrend ausgebildet. Dies bedeutet jedoch nicht, dass wir es hier nun mit einer Trendwende zu tun haben! Der vorangegangene Aufwärtstrends ist lediglich zunächst gebrochen. Oft genug ergibt sich aus so einer Situation wieder eine neue Rally, denn besonders gerne wird vergessen, dass der Vorteil bei Aktienindizes langfrsitig betrachtet immer auf der Longseite liegt. Jeder Abverkauf und sei er noch so heftig, führte historisch betrachtet immer zu neuen Allzeithochs.

D1 primärere und sekundäre Trendstruktur (klicken zum Vergrößern)

Betrachten wir jedoch die aktuelle Trendstruktur, dann könnte zumindest nochmal ein Rücklauf bis in die letzten Tiefbereiche folgen. Ausgehend von diesem Gedanken würden wir dann das Shortszenario A sehen. Somit hätten wir das Hoch der Zwischenerholung bereits in der letzten Woche gesehen, der Markt erreichte damit wieder ein attraktives Niveau für neuerliche Verkäufe und die kommende Woche startet zunächst mit Schwäche. Erste Ziele wären dann die 15420 und die 15300. Auch ein Test der 15000 wären durchaus denkbar, was dann allerdings bereits ein sehr starkes bärisches Signal wäre. Alternativ haben wir dann das Shortszenario B.

Der sekundäre D1 Abwärtstrend wird zunächst einmal mit Überschreiten der 15800 gebrochen. Dies wäre dann sogar ein Longsignal, das den Kurs sogar durchaus nochmals deutlich höher bringen könnte. Hier finden sich jedoch keine Anschlusskäufe und der DAX beginnt abwärts zu tendieren. Dies kann entweder scharf oder mit einer untergeordneten Topbildung passieren. In der zweiten Variante sieht man dies dann gut wenn es zunächst nur sehr langsam nach unten geht, es aber mit jeder weiteren Stunde schneller geht. Dieses Muster hebt sich dann etwas von dem einer klassischen Korrektur ab und ist für Beginner im Trading nur sehr schwer zu erkennen. Wenn es dazu kommt, dann werde ich darauf noch genauer eingehen.

Auf der Longseite sehen wir im Longszenario A zunächst einen Rücksetzer bis zur 15420/400. Alternativ haben wir die Korrektur schon gesehen und der DAX handelt am Montag direkt über die 15700, was ich jedoch erstmal für unwahrscheinlich halte. Nach einem Überschreiten der 15800 kann es dann nochmal zu einer Korrektur kommen, die dann allerdings die 15700 nicht mehr wesentlich unterschreiten sollte, da der DAX sonst eher im Shortszenario B handelt.

Das Longszenario B beginnt wieder unterhalb der 15300 bis zur 15000 bzw. sogar leicht darunter. Somit würden wir in der kommenden Woche zunächst einen Handel gemäß den Shortszenarien sehen. Spätestens ab der 15000 sollte sich dann allerdings eine Stabilisierung abzeichnen. Ansonsten gilt ein Unterschreiten dieser Marke als deutliches Shortsignal. Hier kommt es dann allerdings auf die Dynamiken an. Da die Longseite die nächsten Wochen saisonal betrachtet einen Vorteil bietet, würde ich auch eher die Longszenarien favorisieren und die Shortszenarien eher als Korrekturen ansehen. Aber auch hier kommt es dann wieder auf die Ausformung entweder impulsiv oder korrektiv an.

Aber auch eine entsprechende Saisonalität ist kein Garant dafür, dass es letztlich auch so kommen muss. Je nachdem wie das Ergebnis der Wahl letztlich ist.

Von den reinen Wirtschaftsdaten her bleibt es zu Wochenbeginn recht ruhig. Am Montag, Dienstag und am Mittwoch tritt die EZB-Präsidentin Lagarde mal wieder ans Mikro. Was sie uns dort präsentieren wird, das bleibt abzuwarten. Die wichtigsten News in der kommenden Woche sind dann „lediglich“ das BIP aus den USA, das uns am Donnerstag neben den klassischen Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe gemeldet wird und der Verbraucherpreisindex aus Deutschland, der am Vormittag gemeldet wird. Dann am Freitag bekommen wir schlussendlich den Verbraucherpreisindex aus Europa. Beherrschendes Thema bei uns für die kommende Woche dürfte jedoch die Bundestagswahl sein.

Ich wünsche euch für die kommende Woche viel Erfolg und good Trades!

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